Trend-Report Deutschland
 
3W Power Holding
Carsten Maschmeyer schlägt wieder zu!
 
Tagesgeld-Zinsen
Wo gibt es die höchsten Zinsen?
Samstag, 28. Januar 2012   

Trend-Report Deutschland


Lieber Geldanleger,

der DAX marschiert von Hoch zu Hoch und befindet sich bei über 6.500 Punkten auf einem Niveau, das wir zuletzt im August letzten Jahres gesehen haben. Welche Branchen en vogue sind und welche Aktien vor Ausbrüchen auf neue Hochs stehen, lesen Sie im nachfolgenden Trend-Report.

Man merkt, dass der deutsche Aktienmarkt ein Krisenjahr hinter sich hat. 2011 hinterlässt Spuren in den Rankings. Die Zahl echter Trendaktien ist immer noch sehr überschaubar.

Bezeichnend, dass es am gestrigen Freitag bisher nur einen einzigen Wert gibt, der ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht. Die Softwareschmiede Atoss. Der Fokus der Atoss-Produkte liegt dabei auf Personaleinsatzplanung. Seit Jahren glänzt Atoss mit konstant hohen Margen, hohen freien Cash-Flows und hohen Dividendenausschüttungen. Das führt kurstechnisch zwar zu einem erfreulichen Trend, allerdings ohne besondere Aufwärtsdynamik.

Kritiker bemängeln bei Atoss, dass der Vorstand auf einem immer weiter wachsenden Berg an Barmitteln sitzt und diesen in diverse Wertpapiere und Gold investiert, statt in den Ausbau des operativen Geschäfts. So wird Atoss nie eine echte Trendrakete werden, aber eine interessante Alternative für Anleger, die auf hohe Dividenden stehen.

 
     • Atoss Software
 
WKN / US-Kürzel  510440 / AOF
Börsenwert  77 Mio. EUR
KGV 12e/13e  13 / 12
52 Wochen
Hoch / Tief
 19,00 EUR /
 15,25 EUR
Akt. Kurs  19,00 EUR


Zudem besteht die Möglichkeit, dass doch früher oder später eine Sonderausschüttung angekündigt werden könnte, was dann kurzfristig ebenfalls den Kurs beflügeln würde. Atoss-Aktionäre sollten den kommenden Dienstag im Kalender rot anstreichen. Dann werden die vorläufigen Jahresergebnisse veröffentlicht.

     • Delticom
 

Eine Art Dauerbrenner ist der Online-Reifenhändler Delticom. Eine herausragende Marktstellung in Europa macht die Hannoveraner zum Hauptprofiteur des E-Commerce-Trends, der speziell bei Autoreifen stark ausgeprägt ist. Immer mehr Händler bestellen ihre Waren über das Internet. Bei einem aktuellen Webanteil von erst sechs bis sieben Prozent könnte bald eine kritische Masse erreicht werden, ab der ein exponentielles Wachstum für den Online-Sektor zu erwarten ist.

Zudem hat Delticom auch in China erfolgreich den Markteintritt vollzogen. Hier setzt man auf starke lokale Partner. Aus meiner Sicht der richtige Weg. Gut positionierte Internetfirmen sind begehrte Übernahmeziele. So besteht auch bei Delticom - ähnlich wie bei Atoss - Übernahmefantasie.

 
WKN / US-Kürzel  514680 / DEX
Börsenwert  898 Mio. EUR
KGV 12e/13e  23 / 19
52 Wochen
Hoch / Tief
 82,21 EUR /
 53,62 EUR
Akt. Kurs  75,85 EUR


Der Standort Hannover und die Geschäftsverbindungen zum Reifenhersteller Continental lassen aufhorchen.

So wurde zuletzt mit Hotel.de (KTL / 691093) ein weiteres kleines deutsches Internetunternehmen mehrheitlich von der HRS Hotel Reservation Service GmbH aufgekauft. Langfristaktionäre können sich darüber aber nur bedingt freuen, denn die Aktie notiert aktuell ziemlich exakt auf Höhe des Ausgabepreises vom Oktober 2006 bei 21,50 Euro.

Die Geduld hat sich hingegen für die wenigen freien Aktionäre von Leica Camera (LCA1 / A0EPU9) ausgezahlt. Im Rahmen eines Squeeze-Outs durch die Lisa Germany Holding, die mehr als 97 Prozent der Aktien hält, wurde eine Barabfindung von 30,18 Euro festgelegt. Noch im Oktober letzten Jahres lag der Kurs bei 17 bis 18 Euro. Hartnäckige Anteilseigner spekulieren nun auf eine nochmalige Nachbesserung im Rahmen eines Schiedsgerichtsverfahrens. Daher liegt der Kurs aktuell sogar noch rund einem Euro über dem Abfindungsangebot.

Ungewohntes Bild:
Zwei Medienaktien als Top-Performer


Alles andere als erfolgsverwöhnt waren im letzten Jahrzehnt Anleger, die auf Medienaktien gesetzt haben. Speziell im Filmbereich gab es hier im wahrsten Sinne des Wortes häufig mehr Schein als Sein. Gelder aus den IPOs wurden speziell zu Neuer Markt-Zeiten in atemberaubender Geschwindigkeit verbrannt. Hochtrabende Pläne niemals umgesetzt.

Zu dieser Spezies an Unternehmen gehörten auch Senator Entertainment (SMN1 / A0BVUC) und Splendid Medien, die im Gegensatz zu einigen Mitstreitern aber immerhin überlebt haben.

Der Ausgabepreis von Senator am 29.01.1999 lag bei 38,00 Euro. Der erste Kurs - halten Sie sich fest - bei 135,00 Euro. Was für verrückte Zeiten wir doch damals hatten. Aktuell liegt der Preis bei 0,94 Euro. Nichtsdestotrotz sind die Anleger in diversen Foren euphorisch, seit Ex-Unternehmer-Wunderkind Lars Windhorst mit seiner Sapienda AG bei den Berlinern eingestiegen ist. Tatsächlich konnten in der Folge interessante Deals abgeschlossen werden.

Mit Relativity Media, der Firma des US-Unternehmers Ryan Kavanaugh, konnte zudem eine echte Größe im US-Filmgeschäft als weiterer Aktionär und für eine Kooperation gewonnen werden. Ich rate hier dennoch vorläufig zur Zurückhaltung. Die Eigenkapitalquote liegt bei unter zehn Prozent. Trotz der namhaften Großaktionäre ist Senator immer noch arm wie eine Kirchenmaus. Eine Kapitalerhöhung dürfte also anstehen - und man darf gespannt sein, zu welchem Kurs.

In der Vergangenheit war Windhorst für die freien Aktionäre, die ihm gefolgt sind, kein Segen. Erinnert sei an verlustreiche Engagements bei Balda, Air Berlin oder die US-Pump&Dump-Masche Remotemdx.

Wesentlich solider erscheint im Vergleich dazu Splendid Medien. Der Kölner Independent-Filmhändler hat zwar keine großen Namen und auch keinen US-Aktionär zu bieten, dafür aber zwei nicht ganz unwichtige Features zu bieten, die Senator nicht hat: Operative Gewinne und eine solide Bilanz.

Zudem wurde zuletzt ein neuer Lizenzvertrag für den belgischen TV-Markt geschlossen und über die Tochter WVG Medien ein eigenes Musiklabel gegründet. Letzteres ist angesichts der aktuell darbenden Musikbranche ein eher gewagtes Unterfangen.

Trotzdem: Die News in Kombination mit einem 2011er-KGV von gerade mal sechs, sorgte für einen Ausbruch der Aktie auf ein neues Mehrjahreshoch.

Ein klares charttechnisches Kaufsignal! Weitere Kursfantasie bietet zudem die Video-on-Demand Plattform Videociety.

Kooperationen mit Fernsehgeräte-Herstellern wie Sharp sowie der stetige Ausbau des Filmangebots sind vielversprechend.

 
     • Splendid Medien
 
WKN / US-Kürzel  727950 / SPM
Börsenwert  16 Mio. EUR
KGV 12e/13e  7 / 6
52 Wochen
Hoch / Tief
 1,62 EUR /
 0,56 EUR
Akt. Kurs  1,61 EUR


Mit einer Marktkapitalisierung von nur 16 Millionen Euro gehört Splendid allerdings zu den Minis auf dem deutschen Kurszettel und ist alleine auf Grund der geringen Größe schon relativ spekulativ.

Wer es solider und größer mag, sollte einen Blick auf die Modebranche werfen:

Gerry Weber und Hugo Boss sind en vogue


An den beiden deutschen Premium-Schneidern Gerry Weber und Hugo Boss ging die Eurokrise in 2011 spurlos vorbei - zumindest was die Aktienkursentwicklung betrifft.

Monatelang waren die Vorzugs- und Stammaktien von Boss quasi die einzigen deutschen Papiere aus dem DAX- und MDAX-Segment, die neue Hochs erklommen. Im letzten halben Jahr kam der Kurs allerdings ins Stocken. Das lag jedoch nicht an schlechten News. Die Aktie war zwischenzeitlich mit einem 2011er-KGV von deutlich über zwanzig und einer Kursverdopplung innerhalb eines Jahres schlicht der realen Entwicklung etwas vorausgeeilt.

     • Gerry Weber
 

Nun zeigt sich aber: Boss bleibt weiter in der Erfolgsspur. Die Zahl der eigenen Shops steigt rapide an. Besonders in den Schwellenländern läuft es glänzend. Der Gewinn je Aktie soll von 3,89 Euro in 2011 auf 4,40 Euro in 2012 und 5,00 Euro in 2013 steigen.

Das Ganze wird garniert mit einer hohen und sich ebenfalls dynamisch nach oben entwickelnden Dividende. Die Aktie ist auf aktuellem Niveau kaufenswert.

Fundamental ebenfalls stark, aber charttechnisch noch spannender ist Gerry Weber. Hohe Margen und der Erfolg der eigenen Shops stehen bei den Hallensern im Mittelpunkt. Die Dividendenrendite ist mit 2,9 Prozent nicht ganz so attraktiv wie die 4,5 Prozent bei Hugo Boss.

 
WKN / US-Kürzel  330410 / GWI1
Börsenwert  1,2 Mrd. EUR
KGV 12e/13e  15 / 13
52 Wochen
Hoch / Tief
 26,31 EUR /
 17,23 EUR
Akt. Kurs  25,85 EUR


Dafür hat die Aktie aber endlich den charttechnischen Ausbruch über die 2011er-Hochs geschafft und notiert nun auf Allzeit-Hoch-Niveau. Kurse um 30 Euro sind kurzfristig drin.


MEIN FAZIT:


- Echte Branchentrends sind im Moment am deutschen Aktienmarkt nicht zu erkennen.

- Stock Picking ist angesagt und hier ergeben sich einige interessante Kaufchancen bei Trendwerten.

- Atoss, Delticom, Splendid Medien und Gerry Weber bieten ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis und zählen daher zu meinen Favoriten.


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2.) 3W Holding:
Maschmeyer schlägt wieder zu



Er hat es wieder getan: AWD-Gründer Carsten Maschmeyer hat offenbar sein Herz für deutsche Nebenwerte entdeckt. Nach MIFA, GCI und Marseille Kliniken wird nun der Einstieg bei 3W Power gemeldet. Prompt springt die Aktie an. Doch 3W Power hat viel mehr zu bieten als einen prominenten Großaktionär.

Maschmeyer hatte mit einem Verkauf des Großteils seiner Swiss Life-Aktien im Dezember letzten Jahres rund 60 Millionen Euro erlöst und geht nun auf Einkaufstour. Schon bei MIFA ging der Einstieg des "Drückerkönigs", wie er in Teilen der Presse wegen der aggressiven Vertriebsmethoden bei AWD abschätzig genannt wird, mit hohen Kurssteigerungen einher. Dass er nun einen Teil davon ins deutsche Nebenwertesegment steckt, ist höchst erfreulich. Hier waren die Börsenumsätze zuletzt sehr mau. Maschmeyer bringt frischen Wind in das Segment.

Wie schon bei MIFA könnte der Lebensgefährte der Schauspielerin Veronica Ferres auch bei 3W ins Schwarze getroffen haben. 3W wird bewertet wie ein reifes Unternehmen aus einer gesättigten Branche, ist aber de facto ein Wachstumswert.

Speziell im Segment Renewable Energy Solutions (RES). Hier explodierte der Umsatz nach neun Monaten 2011 um 109 Prozent auf 157,7 Millionen Euro. "Gleich- und Wechselstromlösungen", das Brot-und-Butter-Geschäft von 3W, war zwar rückläufig, unter dem Strich hob CEO Horst Kayser aber die Prognosen für das Gesamtjahr sogar noch an.

420 Millionen Euro Umsatz, ein EBIT von 40 Millionen und ein Gewinn je Aktie von 0,22 Euro könnten dann zu Buche bestehen. Das Ganze ist dann schon um negative Sondereffekte bereinigt.

Gegenüber den 306 Millionen Euro im Vorjahr bei hoch negativem Ergebnis ist dies ein starker Turnaround. Noch besser: Das hohe Wachstum soll auch in 2012 und 2013 beibehalten werden.

 
     • 3W Power
 
WKN / US-Kürzel  A0Q5SX / 3W9
Börsenwert  160 Mio. EUR
KGV 11e/12e  14 / 6
52 Wochen
Hoch / Tief
 5,41 EUR /
 2,79 EUR
Akt. Kurs  3,23 EUR


Der Gewinn je Aktie soll überproportional auf 0,47 bzw. 0,60 Euro ansteigen. Damit errechnen sich aus dem aktuellen Kurs von 3,20 Euro KGVs von sieben bzw. fünf. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bereits 2011 bei sehr attraktiven 0,38.

Zukünftiger Alternative Energy-Leader?


Beeindruckend ist dabei, dass die Tochter AEG Power Solutions in einem extrem schwierigen Umfeld hohes Wachstum erzielt hat. Beispiel Solarwechselrichter: Während die Konkurrenz einbrechende Umsätze meldet, startet 3W einfach in Indien und Nordamerika durch. In Indien wurde ein eigenes Werk eröffnet, in den USA wird der Markt über Kooperationen mit Installateuren angegangen. Mit dem Fokus auf große Anlagen ("utility scale") liegt das Unternehmen zudem voll im Trend.

Sehr gut läuft es auch im Leistungssteller-Geschäft. Leistungssteller sind elektronische Geräte, mit denen man die Stromleistung regulieren kann. Überhaupt hat AEG Power Solutions ein breites Angebot an Steuerungssystemen für den Stromnetzausbau und -umbau. Diese Produkte dürften in den kommenden Jahren besonders stark nachgefragt werden.

Hintergrund ist der steigende Anteil von Strom, der aus erneuerbaren Energien produziert und ins Stromnetz eingespeist wird. Hier stehen die Netzbetreiber vor großen technologischen Herausforderungen.

Obwohl 3W seine Prognosen bisher erfüllt hat und die EBITDA-Marge (operativer Gewinn) sogar höher liegt als beim Börsengang in Aussicht gestellt wurde, verlor die Aktie im Zuge des schlechten Marktumfeldes für Solar- und Windaktien massiv an Wert. Diese Sippenhaft ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt. Die meisten Analysten sehen das ähnlich. Montega hält einen Kurs von 7,20 Euro für fair, das Bankhaus Lampe 6,00 Euro und Close Brothers Seydler sogar 7,50 Euro. Damit liegt das zugebilligte Kurspotenzial im Mittel bei über 100 Prozent.


MEIN FAZIT:


- Maschmeyer hat die Aktie durch seinen Einstieg wachgeküsst.

- 3W Power ist auf Basis fundamentaler Bewertungskennzahlen für 2012 und 2013 drastisch unterbewertet.

-> 100 Prozent-Chance!


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3.) Wo gibt es die höchsten Zinsen?



Im Vergleich zur Vorwoche gibt es bei den Tagesgeldzinsen keinerlei Veränderungen auf den Top-Plätzen. Nachfolgender Vergleich gilt wie immer bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro.

 Institut
Zinssatz / Zinseinnahmen pro Monat
 • NIBC Direct
2,85 % / 23,75 €
 • Ikano Bank
2,81 % / 23,42 €
 • DAB Bank
2,75 % / 22,92 €




4.) Insider-Transaktionen



Top-Insiderkauf der letzten zwei Wochen:

BayWa Aktiengesellschaft (762900):
VK Mühlen AG für 1,39 Mio. Euro

Top-Insiderverkauf der letzten zwei Wochen:

SGL Carbon (723530):
Robert J. Koehler für insgesamt 488.743 Euro


Wir freuen uns über Lob, Kritik und Anregungen.
Gerne können Sie uns auch Themenvorschläge unterbreiten.

Fragen und Anregungen bitte per Mail an
redaktion@geldanlage-report.de

     Die nächste Ausgabe erscheint am 04. Februar

Viel Erfolg bei Ihren Finanzentscheidungen wünscht Ihnen

Ihr
Armin Brack
Chefredakteur Geldanlage-Report

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